Hundstorfer zu Arbeitsmarktöffnung: Mit Arbeitskräfte-Ansturm ist nicht zu rechnen
WIFO-Studie zur Arbeitsmarktöffnung – Qualifikation heimischer Arbeitskräfte weiterhin Priorität
Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat am Montag, den 11. April 2011, im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit WIFO-Chef Karl Aiginger und Studienautor Klaus Nowotny die Ergebnisse einer WIFO-Studie präsentiert, die sich mit dem zu erwartenden Zugang von Arbeitskräften aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien befasst. “Es war die richtige Entscheidung, die siebenjährige Übergangsfrist voll auszuschöpfen. So kann der österreichische Arbeitsmarkt besser mit der Öffnung umgehen”, so Hundstorfer.
Laut Studie ist mit 21.000 bis 26.000 Zugängen zum österreichischen Arbeitsmarkt aus den drei Ländern zu rechnen, ein Ansturm ist also nicht zu erwarten. Das entspricht 0,4 Prozent der dortigen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Bereinigt man diese Zahlen noch um die durchschnittliche Migration seit der EU-Osterweiterung, kann von einem zusätzlichen Arbeitskräfte-Angebot von 11.500 bis 16.500 Personen aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn ausgegangen werden. “Nur um das in die richtige Relation zu setzen: Derzeit arbeiten 86.000 Menschen aus Deutschland bei uns”, erläuterte Hundstorfer.
Studienautor Klaus Nowotny betonte, dass nach der Öffnung nicht mit einem Ansturm ausländischer Arbeitskräfte zu rechnen sei. Österreich sei nicht das am häufigsten genannte Zielland, die Bereitschaft in Deutschland zu arbeiten sei beispielsweise dreimal höher. Für WIFO-Chef Karl Aiginger kommt die Öffnung zum richtigen Zeitpunkt, was er mit der sinkenden Arbeitslosenrate und der steigenden Beschäftigung in Österreich, sowie dem steigenden Wachstum in Ost-Europa begründet.
Hundstorfer sieht Österreich durch die neuen Regeln gegen Lohn- und Sozialdumping gut auf die bevorstehende Arbeitsmarktöffnung vorbereitet. “Die Anti-Lohn- und Sozialdumping-Bestimmungen sind ein Riegel, der für faire Bedingungen sorgen wird. Dazu wird es strenge, genaue und dichte Kontrollen geben, um das österreichische Lohn- und Sozialniveau zu schützen. Die Qualifikation österreichischer Arbeitnehmer hat auch in Zukunft oberste Priorität. Die Arbeitsmarktöffnung ändert nichts an unserer Grundaufgabe, für diese Qualifikation zu sorgen”, so der Arbeitsminister abschließend.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK)
Mag. Norbert Schnurrer, Pressesprecher des Sozialministers
Tel.: (01) 71100-2246, www.bmask.gv.at
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