ESF-Innovationsaward 2011: BM Hundstorfer zeichnete heute innovative Beschäftigungs- und Bildungsprojekte für Jugendliche aus.
Wien, 2. Dezember 2011: Bundesminister Rudolf Hundstorfer hat heute im Rahmen einer kleinen Feier im Ringturm den “ESF Innovationsaward 2011” vergeben. Ausgezeichnet wurden innovative Beschäftigungs- und Bildungsprojekte für Jugendliche, die aus nationalen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) ermöglicht werden. Mehr als 30 ESF-Jugendprojekte aus ganz Österreich haben an der Ausschreibung teilgenommen. Eine unabhängige Jury wählte die besten fünf aus und diese stellten sich im November einem Online-Publikumsvoting. Mehr als 10.000 Votes gingen innerhalb nur eines Monats auf der Website des ESF ein (www.esf.at).
ESF Innovationsaward 2011 geht an ein Projekt aus Vorarlberg
Das Online-Publikumsvoting wählte Job ahoi & albatros aus Vorarlberg zum Siegerprojekt. Job ahoi & albatros ist ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt für Jugendliche in Dornbirn. Hier erhalten junge Menschen, die längere Zeit nicht erwerbstätig waren, Lehre oder Schule abgebrochen haben, eine Beschäftigung in der Boots- und Designwerkstatt. Der zweite Platz ging an m.o.v.e on, ein Projekt zur Berufsorientierung und Ausbildungsberatung für Jugendliche der 8. Schulstufe sowie der Polytechnischen Schulen in Wien. Den dritten Platz belegte heidenspass plus, ein Arbeitsprojekt für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen. Das Vorarlberger Siegerprojekt erhielt nicht nur die begehrte ESF-Innovationstrophäe – gestaltet von gabarage upcycling design –, sondern auch einen Scheck über 3.500 Euro. Das zweit- und drittgereihte Projekt wird jeweils mit 1.000 bzw. 500 Euro ausgezeichnet.
Hundstorfer: Mehr Förderung für Jugendliche
Die weltweite Konjunkturabschwächung macht sich aktuell auch am österreichischen Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im November wieder stärker angestiegen (+5,3 Prozent). Fast die Hälfte der arbeitslosen Jugendlichen hat maximal eine Pflichtschule als höchste abgeschlossene Ausbildung. Es sei daher wichtig, in diesem Bereich zielgerichteter vorzugehen. ”Deshalb starten wir im kommenden Jahr das Jugendcoaching, wodurch den Jugendlichen eine bessere Orientierung und Unterstützung geboten werden soll, welchen beruflichen oder schulischen Weg sie nach der Pflichtschule einschlagen können”, so Hundstorfer. Gerade beim Übergang von Schule in den Beruf wollen und müssen wir junge Menschen aktiv unterstützen”, so der Sozialminister. Hier leisten die innovativen Beschäftigungs- und Bildungsprojekte für Jugendliche – kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) – eine hervorragende Arbeit”, so Minister Hundstorfer. Außerdem werde er sich für eine europäische Ausbildungs- und Beschäftigungsgarantie für Jugendliche nach österreichischem Vorbild beim Rat für Beschäftigung und Soziales in Brüssel einsetzen.
ESF-Innovationsaward 2011: Die fünf bestgereihten Projekte
Die Liste der eingereichten Projekte zum ESF-Innovationsaward ist so bunt wie ihre Namen. Im folgenden die fünf besten ESF-Jugendprojekte, die von der Jury auf die shortlist gesetzt wurden:
Projekt: Bazar der Utopien
Für SchülerInnen der 8. und 9,. Schulstufe
Bazar der Utopien ging der Frage nach, „Welche Wünsche und Ängste haben Schüler/innen für ihre Zukunft?“. Die mehr als 340 beteiligten SchülerInnen produzierten einen Film, initiierten ein verstecktes Theater, bauten einen Holzkubus, in dem ihre Wünsche, Träume und Ängste zu hören waren, bauten eine Mediasäule, an der man alle Interviews mit den Jugendlichen ansehen konnte. Der Event “Bazar der Utopien” fand im Mai 2011 in einem großen Einkaufszentrum statt. Dort machten sie Besucher/innen und einkaufende Erwachsene auf ihre Zukunftsvorstellungen aufmerksam.
Projektträger: Beschäftigungspakt Obersteiermark West
Fördergeber: ESF, BMASK, AMS, Land Steiermark, STEBEP
Laufzeit: März 2010 bis Mai 2011.
Projekt: heidenspass plus
Arbeitsprojekt für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen heidenspass arbeitet seit einigen Jahren erfolgreich in der Jugendarbeit. Die Jugend-lichen kommen freiwillig, bezahlt wird jede Arbeitsstunde sofort, Fehlzeiten bleiben sanktionslos, aber unbezahlt. Das Arbeitsangebot ist attraktiv: Produkte aus Recyclingmaterial werden hergestellt und erfolgreich verkauft. Jugendliche können nach dem Einstieg in das Projekt heidenspass plus wechseln. Dort müssen sie verbindlich erscheinen, ein Teilzeitbeschäftigungsverhältnis eingehen und mit der Sozialarbeiterin ihre berufliche Perspektive entwickeln. Die Jugendlichen werden in verschiedene Geschäftsbereiche eingebunden, wie Verkauf, Büro und Marketing. heidenspass plus wurde auch sehr gut von muslimischen Migrantinnen angenommen.
Projektträger: Verein Fensterplatz – Initiative für Arbeitsuchende
Fördergeber: ESF, Land Steiermark
Laufzeit: Jänner 2008 bis Dezember 2009
Projekt: Job Ahoi & Albatros
Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte für Jugendliche
Job Ahoi erreicht Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren. Die Zielgruppe sind junge Menschen, die längere Zeit nicht erwerbstätig waren und die Lehre oder Schule abgebrochen haben. Die Aufnahme ist für die Jugendlichen kostenlos und jederzeit möglich. Abbrüche und Wiederzulassungen werden akzeptiert. Die Jugendlichen renovieren in der Bootswerkstatt alte Holzboote unter Anleitung gelernter Bootsbauer. In der Designwerkstatt setzen sie Entwürfe von Designerinnen und Designern um. Die Auszahlung der geleisteten Arbeit erfolgt bei Job Ahoi wöchentlich. Das System basiert auf dem Motto: Sofort arbeiten – sofort Geld verdienen.
Projektträger: Offene Jugendarbeit Dornbirn
Fördergeber: ESF, BMWFJ, Interreg IV, Land Vorarlberg, Stadt Dornbirn, AMS, Hit Stiftung
Laufzeit: seit November 2008
Projekt m.o.v.e. on, Wien
Berufsorientierung und Ausbildungsberatung für Jugendliche der 8. Schulstufe
sowie der Polytechnischen Schulen
Das Angebot umfasst Einzelberatung, Workshops in Kleingruppen, Exkursionen und Elternberatung. Für jede Schule sind zwei Beraterinnen zuständig und vor Ort tätig. Die Beratung findet während der Unterrichtszeit statt. Die Beratung in der Schule ermöglicht einen niederschwelligen Zugang, und für die SchülerInnen einen unbürokratischen, zeitsparenden Zugang zur Bildungs- und Berufsberatung. Insbesondere Jugendliche, die wenig Eigeninitiative ergreifen, können dadurch besser erreicht werden. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit wird das im Projekt erworbene Know How den Schulen zugänglich gemacht. Das ganzheitliche Konzept ermöglicht eine gute Zusammenarbeit zwischen SchülerInnen, Eltern, Lehrkräften, BeraterInnen und externen Einrichtungen.
Projektträger: Projekt Integrationshaus gem. GmbH
Fördergeber: ESF, BMASK, WAFF
Laufzeit: September 2010 bis Dezember 2011
Projekt: ProViel. Kompetenznetzwerk: Lehre
Interkulturelles Kompetenzentwicklungsprogramm für Unternehmen, die Lehrlinge mit Migrationshintergrund ausbilden.
Das Projekt versteht sich als Impulsgeber für die Förderung interkultureller Kompetenz in Unternehmen, die verstärkt Lehrlinge mit Migrationshintergrund ausbilden (werden). Die Maßnahmen setzen parallel bei Ausbildnerinnen und Ausbildnern, zugewanderten sowie ansässigen Lehrlingen an. Das Modell des Peer-Lernens ethnisch gemischter Zweierteams schafft ein konstruktives Miteinander. Innovative Übungen, wie z.B. Sumo-Ringen, fördern interkulturelle Kompetenz. Alle Tandems je Unternehmen arbeiten gemeinsam an einem Projekt, das Fachkompetenz mit interkulturellen Fähigkeiten verbindet. Ziel ist, das neue interkulturelle Miteinander für die Gesamtbelegschaft sichtbar zu machen.
Projektträger: VFQ Gesellschaft für Frauen und Qualifikation mbH, Linz & FAB Reno, Wels
Fördergeber: ESF, Land OÖ
Laufzeit: Jänner 2010 bis Dezember 2011
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Mag. Norbert Schnurrer, Pressesprecher des Sozialministers
Tel.: +43 1 71100-2246
www.bmask.gv.at
norbert.schnurrer@bmask.gv.at
Über den Europäischen Sozialfonds (ESF)
Der Europäische Sozialfonds ist ein wichtiges Förderinstrument der EU, das den Mitgliedstaaten dabei hilft, Armut zu bekämpfen und soziale Eingliederung zu fördern. Für die Umsetzung des ESF in Österreich ist das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz(BMASK) federführend verantwortlich. Mehr über den ESF in Österreich und seine Projekte erfahren Sie auf der Website: www.esf.at.
| teilen Tweet |

