ESF in Österreich

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste Finanzinstrument der Europäischen Union (EU) für Sozialpolitik und Investitionen in Menschen. Der ESF fördert Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, zur Erweiterung des Ausbildungsangebots und für eine verbesserte Funktionsweise des Arbeitsmarktes. Er zielt darauf ab, die Beschäftigungs- und Bildungschancen in der EU sowie den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der Europäischen Union zu verbessern. Dafür stellt der ESF den Mitgliedsstaaten bereits seit 1957 Mittel zur Verfügung. Die einzelnen Mitgliedstaaten verständigen sich gemeinsam mit der Europäischen Kommission über die Vergabe von ESF-Fördermitteln im Rahmen eines oder mehrerer operationeller Programme. In den operationellen Programmen sind die Schwerpunkte und Ziele der ESF-Maßnahmen festgelegt.

Der ESF gehört neben dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) und dem Kohäsionsfonds zu den Struktur- und Investitionsfonds der Europäischen Union (ESI-Fonds).

Wer wird gefördert?
Die finanziellen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds können öffentliche Verwaltungen, Nichtregierungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände sowie Sozialpartner erhalten, die im Bereich Beschäftigung und soziale Eingliederung aktiv sind. Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen können ESF-Fördermittel beantragen, indem sie sich auf einen aktuellen Projektaufruf bewerben oder einen Antrag in einem Förderprogramm stellen. Die Vergabe richtet sich nach Kriterien, die im Operationellen Programm Beschäftigung sowie in den einzelnen Förderrichtlinien der Partner festgelegt sind.

Privatpersonen können keinen Förderantrag stellen. Sie profitieren über ihre Teilnahme an ESF-geförderten Projekten und Förderprogrammen.

Wer ist für den ESF in Österreich zuständig?
Die Verwaltungsbehörde und die Zwischengeschalteten Stellen sind für die Umsetzung, die Abwicklung der Förderungen und die Mittelvergabe an sogenannte MaßnahmenträgerInnen verantwortlich. Verwaltungsbehörde ist das Sozialministerium. Für jeden Schwerpunkt werden verantwortliche Zwischengeschaltete Stellen (Förderstellen) festgelegt, durch die die Vergabe von Förderungen erfolgt. Als Zwischengeschaltete Stellen gelten das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK), das Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF), sowie Landesregierungen bzw. für Wien der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds und im Burgenland Landesregierung und Wirtschaft Burgenland GmbH .

Wie funktioniert eine Förderung?
Die Vergabe von Förderungen erfolgt durch die jeweiligen Förderstellen (zwischengeschalteten Stellen) nicht aber durch die Verwaltungsbehörde. Die Förderstellen bereiten Calls und Ausschreibungen zu den entsprechenden Schwerpunkten vor und rufen zur Projekteinreichung auf. Calls und Ausschreibungen werden auch auf der ESF-Homepage und der ESF-Facebook Seite veröffentlicht. Projekte werden anhand von Auswahlkriterien ausgewählt und von den Projektträgern umgesetzt.

Der ESF beteiligt sich in der Regel mit bis zu 50 % an den Gesamtkosten eines Vorhabens (“Kofinanzierung“- keine Vollfinanzierung ). Die restlichen Mittel steuern der Projektträger oder andere private bzw. öffentliche Finanzierungsquellen bei.