Archiv des ESF

Sie befinden sich um Archiv des ESF. Hier finden Sie ältere Beiträge in alphabetischer Reihenfolge: EU 2020, Gender Mainstreaming, Grundsätze der Interventionen, Kohäsions- und Strukurpolitik, Kohäsionspolitische Ziele, Mainstreaming, Strategie, Transnationalität.

EU 2020

Im November 2009 hat die Kommission eine öffentliche Konsultation für eine bessere wirtschaftliche Zukunft mithilfe der EU Strategie für 2020 eingeleitet. Diese Strategie soll die EU zu einem ökologischeren und sozial integrativen Wachstum führen. Die Europäische Kommission hat das Nachfolgepapier zu der im Jahr 2000 verabschiedeten Lissabon Strategie am 3. März 2010 offiziell vorgelegt. Neben den EU-weiten, schwer quantifizierbaren Vorgaben wird bei der Umsetzung der EU 2020 Ziele vermehrt auf länderspezifische Bezugswerte und Zielsetzungen geachtet. Laut EU 2020 Strategie müsse das von Europa angepeilte emissionsarme und beschäftigungsintensive Wirtschaftsmodell auf intelligentem, nachhaltigem und integrativem Wachstum basieren.

Nun liegt es an den Mitgliedsstaaten bis 2020 fünf konkrete Ziele durch nationale Aktionspläne zu erreichen:

1. 75% der Erwerbstätigen zwischen 20 und 64 sollen Arbeit haben
2. 3% des BIP sollen in Forschung und Entwicklung investiert werden
3. Die 20/20/20 Klimaziele müssen erreicht werden
4. Der Anteil der Schulabbrecher soll auf unter 10% gesenkt (derzeit 15%), der der Hochschulabschlüsse auf 40% gehoben (31%) werden
5. 20 Mio. Menschen weniger sollen von Armut bedroht sein

Flankiert werden diese Ziele von sieben europäischen Leitinitiativen, welche sowohl für die EU als auch für die einzelnen Staaten verpflichtend sein werden. Diese Leitbilder umfassen eine „neue Industriepolitik für ein globales Zeitalter“, ein „ressourcenschonendes, -effizientes Wirtschaftssystem“, eine Wissenschaft und Wirtschaft zusammenführende „Innovationsunion“, eine „Agenda für neue Kompetenzen und Jobs“, „Mobilität für Junge“, die „digitale Agenda“ sowie eine „Plattform gegen Armut“. Zusammenfassen lässt sich die Initiative der EU Kommission mit „mehr Jobs und weniger Armut“. Die Erreichung der „Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts“, wie es im Papier heißt, konzentriert sich auf den Handlungswillen der Mitgliedsstaaten, die Evaluierung durch die Kommission und die Mobilisierung des Europäischen Parlaments sowie anderer Entscheidungsträger, etwa nationaler Parlamente, regionaler Akteure oder Sozialpartner.

Die EU 2020 Strategie können Sie hier herunterladen.

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EQUAL 2001 – 2007

EQUAL 2. Antragsrunde – Nachhaltige Ergebnisse aus EQUAL 2005 – 2007. Reintegration arbeitsmarktferner Personengruppen, Equal Büro Österreich, im Auftrag des BMWA, 2008

EQUAL 2. Antragsrunde – Nachhaltige Ergebnisse aus EQUAL 2005 – 2007. Reintegration von Menschen mit Behinderung, Equal Büro Österreich, im Auftrag des BMWA, 2008

EQUAL 2. Antragsrunde – Nachhaltige Ergebnisse aus EQUAL 2005 – 2007. Bekämpfung von Rassismus und Aktivitäten für Asylwerberinnen), Equal Büro Österreich, im Auftrag des BMWA, 2008

EQUAL 2. Antragsrunde – Nachhaltige Ergebnisse aus EQUAL 2005 – 2007. Unternehmensgründung und Sozialwirtschaft, Equal Büro Österreich, im Auftrag des BMWA, 2008

EQUAL 2. Antragsrunde – Nachhaltige Ergebnisse aus EQUAL 2005 – 2007. Lebensbegleitendes Lernen und Betriebliche Weiterbildung, Equal Büro Österreich, im Auftrag des BMWA, 2008

EQUAL 2. Antragsrunde – Nachhaltige Ergebnisse aus EQUAL 2005 – 2007

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Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming (GM) steht für ein gesellschaftspolitisches Vorhaben, das im Rahmen einer ExpertInnengruppe des Europarates 1998 folgendermaßen formuliert wurde und eine bis heute gültige Definition ist: „GM besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung politischer Prozesse, mit dem Ziel, dass alle an politischen Entscheidungen beteiligten Akteurinnen und Akteure eine geschlechtsspezifische Sichtweise in alle politischen Konzepte auf allen Ebenen und in allen Phasen einbringen.”

Gender Mainstreaming ist nicht das Ziel, sondern die Strategie, die nicht nur positive Maßnahmen fordert, sondern generell ziel- und lösungsorientierte Maßnahmen zur strukturellen Veränderung der Gesellschaft zu Gunsten einer gerechten Verteilung von Positionen und Ressourcen zwischen den Geschlechtern. GM stellt damit einen durchgängigen Handlungshintergrund für die Planung, Durchführung, Begleitung und Evaluierung der ESF geförderten Interventionen dar. Für die geförderten Maßnahmen bedeutet dies, dass keine direkte oder indirekte geschlechtsspezifische Benachteiligung bei Zugang zu, der Teilnahme an und den Auswirkungen von beschäftigungspolitischen Aktivitäten bestehen darf und alle Aktivitäten im Rahmen ihres Handlungsspielraumes (auch) in Richtung der genannten gleichstellungspolitischen Ziele wirken.

Vor diesem Hintergrund kommt auch Gender Budgeting (GB) als Teilstrategie ein zentraler Stellenwert bei den ESF-Initiativen zu. „Gender Budgeting ist die Anwendung von Gender Mainstreaming im Budgetierungsprozess. Es bedeutet eine genderrelevante Bewertung der Budgets durch Einbringen einer Genderperspektive in allen Stadien der Budgeterstellung, der (staatlichen) Einnahmen und Ausgaben zur Förderung der Geschlechtergleichstellung.”

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Grundsätze der Interventionen

Die Fonds ergänzen mit ihren Interventionen die nationalen Aktionen, einschließlich der Aktionen auf regionaler und lokaler Ebene. Die Kommission und die Mitgliedstaaten sorgen für die Kohärenz der Förderung aus den Fonds mit den Tätigkeiten, Politiken und Prioritäten der Gemeinschaft und für Komplementarität mit anderen Finanzierungsinstrumenten der Gemeinschaft. Die Verwirklichung der Ziele der Fonds erfolgt im Rahmen einer mehrjährigen Programmplanung und einer engen Zusammenarbeit zwischen der Kommission und dem betreffenden Mitgliedstaat. Die Ausführung der den Fonds zugewiesenen Haushaltsmittel der EU erfolgt im Rahmen der zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission geteilten Mittelverwaltung gemäß der Haushaltsordnung.

Weitere Informationen lesen Sie auf der Website der Europäischen Union.

Die weiteren Bestimmungen für die Kohäsionspolitik im Zeitraum 2007-2013 sind in vier Einzelverordnungen festgehalten:
Verordnung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE);
Verordnung über den Europäischen Sozialfonds (ESF);
Verordnung über den Kohäsionsfonds;
Verordnung über den Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ).

Die Kohäsionspolitik für den Zeitraum 2007–2013 basiert auf der interinstitutionellen Vereinbarung und dem Finanzrahmen 2007–2013. Weitere Informationen lesen Sie auf der Website der Europäischen Union

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Kohäsions- und Strukturpolitik 2007-2013

Die EU verfolgt eine Politik der Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts, um eine harmonische Entwicklung der Gemeinschaft als Ganzes zu fördern, die regionalen Entwicklungsunterschiede zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Kohäsionspolitik stellt das Gegenstück zur Konjunkturpolitik dar, die sich mit der aktuellen wirtschaftspolitischen Lage – mit konjunkturellen Schwankungen – befasst. Kernelement dafür ist die überarbeitete Lissabon-Agenda und das Ziel „die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen“.  Die Kohäsionspolitik gilt dabei als Schlüsselinstrument. So sollen die Maßnahmen, die mit Mitteln der Kohäsionspolitik gefördert werden, vornehmlich für die Prioritäten Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung eingesetzt werden.

Am 1. Januar 2007 wurde auf der Grundlage eines Vorschlags der Kommission und nach Stellungnahme des Parlaments ein strategisches Gesamtdokument erstellt. In diesen „strategischen Kohäsionsleitlinien der Gemeinschaft” sind die Prioritäten für die Kohäsionspolitik festgelegt, um die Synergien mit der überarbeiteten Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung zu verstärken und diese durchführen zu können. Im Rahmen der reformierten Kohäsionspolitik für den Zeitraum 2007–2013 sind in einer Verordnung Regeln, Bestimmungen und gemeinsame Prinzipien festgelegt, die auf den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Kohäsionsfonds Anwendung finden. Mit der Reform sollen die Strukturmaßnahmen stärker auf die strategischen Leitlinien der Europäischen Union (EU) ausgerichtet, mehr auf die am meisten benachteiligten Regionen konzentriert sowie stärker dezentralisiert und vereinfacht werden. Für die Umsetzung dieser Politik stehen für den Zeitraum 2007 bis 2013 EU-weit 347 Milliarden Euro EU-Mittel zur Verfügung. Die Kohäsionspolitik ist damit nach der Gemeinsamen Agrarpolitik der zweitgrößte Budgetbereich der EU.

Ziel der Verordnung ist es, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt zu stärken, um eine harmonische, ausgewogene und nachhaltige Entwicklung der Gemeinschaft im Zeitraum 2007-2013 zu fördern. Mit den Gemeinschaftsmaßnahmen der europäischen Kohäsionspolitik soll den Herausforderungen begegnet werden, die sich aus den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Disparitäten, der Beschleunigung der wirtschaftlichen Umstrukturierung sowie der Alterung der Bevölkerung ergeben. Mit dieser Verordnung wird Folgendes festgelegt:
–  der Rahmen, innerhalb dessen die Kohäsionspolitik durchgeführt wird (einschließlich der strategischen Leitlinien der Gemeinschaft für Kohäsion, Wachstum und Beschäftigung);
– die Ziele, zu deren Erreichung die Strukturfonds und der Kohäsionsfonds (nachstehend „die Fonds” genannt) beitragen sollen;
– die Kriterien, nach denen die Mitgliedstaaten und Regionen für eine Förderung aus diesen Fonds in Betracht kommen;
– die verfügbaren Finanzmittel und die Kriterien für ihre Aufteilung;
– die Grundsätze und Regeln für die Partnerschaft, die Programmplanung, die Bewertung, die Verwaltung, die Begleitung und die Kontrolle, die auf der Grundlage geteilter Zuständigkeiten zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission gelten.

Auch in Österreich wurde im Rahmen eines Reformdialogs, an dem neben der Bundesregierung, Sozialpartnerorganisationen und Opposition auch VertreterInnen der Länder und der Wissenschaft sowie Unternehmen eingebunden waren, im Mai 2005 das Österreichische Programm für Wachstum und Beschäftigung gestartet. Es wurde ausdrücklich betont, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, die es ermöglichen, Arbeitsplätze zu sichern und auszubauen. Neben Förderungen im Bereich Infrastruktur, Forschung und Technologie werden unter anderem auch Programme zur Qualifikationsförderung und zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit deutlich erhöht.

Das Nationale Reformprogramm für Wachstum und Beschäftigung definiert sieben strategische Kernbereiche für wirtschaftliches Handeln, wobei zwei Kernbereiche (Bereiche zwei und sechs) aus beschäftigungspolitischer Sicht im Vordergrund stehen:
– Nachhaltigkeit und öffentliche Finanzen
– Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik
– Forschung, Entwicklung, Innovation
– Infrastruktur
– Standortsicherung und Mittelstandsoffensive
– Bildung und Weiterbildung
– Umwelttechnologien und effizientes Ressourcenmanagement

Die genannten Kernbereiche sind den 24 beschäftigungspolitischen Leitlinien zuordenbar. Keine einzelne Maßnahme ist für sich genommen imstande, den Wachstumspfad nachhaltig und merklich zu erhöhen. Erst durch Kombination und sinnvolle Verschränkung zu Maßnahmenbündeln ergeben sich Synergieeffekte, die wachstumspolitisch positive Wirkungen auslösen können. Bei der Umsetzung wird auf regionale Gegebenheiten und Unterschiede geachtet.

Jeder Mitgliedstaat unterbreitet zudem einen „nationalen strategischen Rahmenplan“, der einen Bezugsrahmen für die Vorbereitung der Programmplanung der Fonds darstellt und mit dem die Kohärenz zwischen den Interventionen der Fonds und den strategischen Leitlinien gewährleistet wird. Der nationale strategische Rahmenplan deckt den Zeitraum 2007-2013 ab. Mit dem Rahmenplan wird überdies der Zusammenhang zwischen den Prioritäten der EU im Bereich der Kohäsion einerseits und den nationalen Reformprogrammen im Kontext der Grundzüge der Wirtschaftspolitik und der Europäischen Beschäftigungsstrategie andererseits aufgezeigt. Es geht insbesondere um die Fortschritte im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Prioritäten „Förderung der Wettbewerbsfähigkeit” und „Schaffung von Arbeitsplätzen”.

Die „Strategischen Kohäsionsleitlinien der Gemeinschaft“ stellen die Grundlage für den von jedem Staat zu erstellenden „Nationalen Strategischen Rahmenplan“ dar. Der „Nationale Strategische Rahmenplan” in Österreich ist der “STRAT.AT 2007–2013“. Die strategische Umsetzungsbegleitung des STRAT.AT wird im Rahmen des sogenannten “STRAT.AT plus” erfolgen.

Bericht Österreich

Den inhaltlichen Orientierungsrahmen für die Erstellung der operationellen Programme bieten Die Vorgaben der “Strategischen Kohäsionsleitlinien der Gemeinschaft” sowie der “Nationale Strategische Rahmenplan”, in Österreich STRAT.AT 2007-2013 genannt, sind wiederum Grundlage und Orientierungsrahmen für die Operationellen Programme (OP).

Die operationellen Programme der Mitgliedstaaten decken den Zeitraum vom 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember 2013 ab. Jedes operationelle Programm betrifft jeweils nur eines der drei Ziele und wird aus einem einzigen Fonds finanziert. Die Kommission prüft das vorgeschlagene operationelle Programm auf seinen Beitrag zu den Zielen und Prioritäten. In Österreich stehen für die Periode 2007 bis 2013 rund 1,46 Milliarden Euro Strukturfondsmittel zur Verfügung, die in folgenden Programmen zum Einsatz kommen:

Ziel Konvergenz/Phasing Out:
OP für EFRE – Burgenland
OP für ESF – Burgenland

Ziel Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung:
OP für ESF (BMASK) für alle Bundesländer außer Burgenland
OP für EFRE – eines pro Bundesland

Burgenland hat in der Periode 2007-2013 den Status eines Ziel “Konvergenz/Phasing Out”- Gebietes, alle anderen Bundesländern fallen unter das Ziel “Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung”. Technisch bedeutet dies, dass für das Burgenland je ein OP für den EFRE bzw. den ESF erarbeitet wurde. Innerhalb des Ziels “Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung gibt es für alle anderen Bundesländer jeweils ein “EFRE-Programm”, für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ein gesamtstaatliches, aus dem ESF finanziertes OP unter Federführung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK).Die Abwicklung und Einreichung von konkreten Projekten erfolgt im Mitgliedstaat.

Quelle: www.oerok.gv.at

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Kohäsionspolitische Ziele

Abgeleitet von gesamteuropäischen strategischen Überlegungen gibt es in der Periode 2007–2013 drei kohäsionspolitische Ziele:
Entwicklungsunterschiede der europäischen Regionen zu verringern (Konvergenzziel)
Förderung von regionaler Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung
Die europäische Zusammenarbeit zu fördern (Ziel Europäische territoriale Zusammenarbeit)

Insgesamt werden 347 Milliarden EUR für die Finanzierung der Regionalpolitik im Zeitraum von 2007-2013 im Rahmen der drei neuen Ziele „Konvergenz”, „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung” sowie „Territoriale Zusammenarbeit” bereitgestellt. Diese Ziele ersetzen die alten Ziele 1, 2 und 3 des Programmplanungszeitraums 2000–2006.

Ziel Konvergenz:
Beim Ziel „Konvergenz”, das dem alten Ziel 1 ähnelt, geht es um die Beschleunigung der Konvergenz der am wenigsten entwickelten Mitgliedstaaten und Regionen, indem die Voraussetzungen für Wachstum und Beschäftigung verbessert werden. Dieses Ziel betrifft die Mitgliedstaaten und Regionen mit dem größten Entwicklungsrückstand. Regionen, deren BIP unter 75 % der EU-15 und über 75 % der EU-25 liegt, werden über Phasing-Out Programme finanziert.

Tätigkeitsbereiche sind Sachkapital und Humankapital, Innovation, wissensbasierte Gesellschaft, Anpassungsfähigkeit gegenüber Veränderungen, Umwelt und Verwaltungseffizienz. Die Finanzierung erfolgt über den EFRE, den ESF und den Kohäsionsfonds. Insgesamt stehen für dieses Ziel 251,163 Mrd. EUR zur Verfügung.

Für die Periode 2007 bis 2013 wurde dem Burgenland als ehemaliges Ziel-1 Gebiet ein sogenannter „Phasing Out-Status” zuerkannt. Unter diesem Titel stehen für die Periode 2007 bis 2013 exakt 177 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Im Rahmen der Phasing Out-Förderperiode, die von 2007–2013 dauert, stehen der burgenländischen Wirtschaft somit insgesamt 444 Millionen Euro an Fördergeldern Verfügung. Diese 444 Millionen Euro werden folgendermaßen aufgebracht:
177 Mio. Euro werden von den europäischen Fonds EFRE und ESF bereit gestellt.
153 Mio. Euro werden von der Republik Österreich kofinanziert.
114 Mio. Euro steuert das Land Burgenland bei.

Zielsetzungen und Förderschwerpunkte wurden in zwei aufeinander abgestimmten operationellen Programmen festgelegt:
Phasing Out Burgenland 2007–2013 EFRE
Phasing Out Burgenland 2007–2013 ESF

Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung:
Beim Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung”, das außerhalb der am stärksten benachteiligten Regionen zur Anwendung kommt, geht es um die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, der Beschäftigung und der Attraktivität der Regionen, indem Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft vorweggenommen und Innovationen, Unternehmergeist, der Schutz der Umwelt, die Erreichbarkeit, die Anpassungsfähigkeit und die Entwicklung von integrativen Arbeitsmärkten gefördert werden. Maßnahmen im Rahmen dieses Ziels werden aus dem EFRE und dem ESF finanziert. In Österreich sind das alle Bundesländer bis auf das Burgenland. Innerhalb dieses Ziels gibt es für jedes Bundesland ein regionales Operationelles Programm EFRE, für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Beschäftigungspolitik ein für das gesamte Bundesgebiet geltendes Operationelles Programm ESF unter der Federführung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. (BMASK).

Programme unter dem Titel “Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung”, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung finanziert werden, liegen für die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und der Steiermark vor. Im Unterschied zu den vorangegangenen Perioden ist in der Periode 2007 bis 2013 jeweils das gesamte Bundesland förderfähig.

Für die aus dem ESF finanzierten Programme schlägt die Kommission vier Prioritäten entsprechend der Europäischen Beschäftigungsstrategie vor: Verbesserung der Anpassungsfähigkeit von Arbeitnehmern und Unternehmen, Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung, Verstärkung der sozialen Eingliederung, Einleitung von Reformen in den Bereichen Beschäftigung und Eingliederung. Die für dieses Ziel verfügbaren Mittel belaufen sich auf 49,13 Mrd. EUR, die sich gleichmäßig auf den EFRE und den ESF verteilen. Davon sind bestimmt:
78,86 % für die nicht unter das Ziel „Konvergenz” fallenden Regionen,
21,14 % für eine degressiv gestaffelte Übergangsunterstützung.

Bei den Maßnahmen im Rahmen dieses Ziels ist eine Kofinanzierung in Höhe von bis zu 50 % der öffentlichen Ausgaben möglich. Für die Regionen in äußerster Randlage beträgt die Obergrenze 85 %.

Ziel Europäische Territoriale Zusammenarbeit:
Dieses neue Ziel wird ausschließlich über den EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) kofinanziert und gilt für das gesamte Gemeinschaftsgebiet. Das Ziel “Europäische Territoriale Zusammenarbeit” entspricht inhaltlich weitgehend der bisherigen Gemeinschaftsinitiative INTERREG. Österreich wurden für das Ziel “Europäische Territoriale Zusammenarbeit” EFRE-Mittel in Höhe von insgesamt rund 257 Millionen Euro (laufende Preise) zugeteilt. Davon entfallen rund 87 Prozent auf die sieben grenzüberschreitenden Programme und 13 Prozent auf die drei transnationalen Programme.
Grenzüberschreitende Kooperation: Entwicklung von grenzüberschreitenden wirtschaftlichen und sozialen Projekten (vormals INTERREG IIIA)
Transnationale Kooperation: Schaffung und Förderung der transnationalen Zusammenarbeit (vormals INTERREG IIIB)
Interregionale Kooperation bzw. Netzwerkprogramme: Stärkung der Effizienz der Regionalpolitik durch die Förderung der interregionalen Zusammenarbeit, die Schaffung von Netzwerken und den Erfahrungsaustausch zwischen den regionalen und lokalen Behörden (vormals INTERREG IIIC bzw. weiterhin ESPON, URBACT, INTERACT).

Diese drei transnationalen Programme sollen durch die Förderung grenzüberschreitender Projekte zu Wachstum, Beschäftigung und nachhaltiger Entwicklung in den jeweils teilnehmenden Regionen beitragen und sind – mit einzelnen Abweichungen – auf die strategischen Ziele Innovation, Erreichbarkeit, Umwelt und nachhaltige Stadtentwicklung fokussiert. Projektvorschläge können im Rahmen von in der Regel einmal jährlich stattfindenden themenoffenen und zweistufigen Förderausschreibungen eingereicht werden. Weitergehende Informationen sind für alle drei Programme auch bei der Österreichischen Raumordnungskonferenz verfügbar.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des EFRE-Ziels 3 bezieht sich auf bilaterale zwischenstaatliche Kooperationsprogramme, die Österreich mit allen seinen Nachbarstaaten unterhält (wobei es für Deutschland zwei Kooperationsprogramme gibt). Das Land Salzburg nimmt an zwei dieser Programme teil, nämlich am Programm Deutschland/Bayern-Österreich sowie am Programm Italien-Österreich.

Quelle und weiterführende Informationen: www.oerok.gv.at

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Mainstreaming (EQUAL)

Die Ergebnisse der vergangenen Strukturfondsperiode 2001–2007, insbesondere jene der Gemeinschaftsinitiative EQUAL sollen, soweit sinnvoll und möglich, in nationale Regelprogramme übernommen werden. Zum Teil ist dies bereits geschehen. Im Rahmen dieses Programms wird aber weitere Unterstützung bereit gestellt, die die Nachhaltigkeit und Verbreitung in Österreich sichern sollen. Dabei wird es insbesondere darauf ankommen, die innovativen Ergebnisse gezielt dem jeweiligen (regionalen) Bedarf anzupassen und umzuformulieren. Es geht also nicht um die Fortführung konkreter EQUAL-Projekte, sondern um die Nutzung von Lösungsmodellen und Ideen.

Eine Auflistung der erstellten Produkte bzw. eine Zusammenfassung nachhaltiger Ergebnisse aus EQUAL finden Sie in der Rubrik  Service > Publikationen.

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Strategie

Die EU verfolgt eine Politik der Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts, um eine harmonische Entwicklung der Gemeinschaft als Ganzes zu fördern, die regionalen Entwicklungsunterschiede zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Kohäsionspolitik stellt das Gegenstück zur Konjunkturpolitik dar, die sich mit der aktuellen wirtschaftspolitischen Lage – mit konjunkturellen Schwankungen – befasst. Kernelement dafür ist die überarbeitete Lissabon-Agenda und das Ziel „die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen“.  Die Kohäsionspolitik gilt dabei als Schlüsselinstrument. So sollen die Maßnahmen, die mit Mitteln der Kohäsionspolitik gefördert werden, vornehmlich für die Prioritäten Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung eingesetzt werden.

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Transnationalität

Neben Flexibilität und Schlüsselkompetenzen sind Mobilität und das Wissen über fremde Märkte und Arbeitsweisen eine Voraussetzung für Wettbewerbs- und Beschäftigungsfähigkeit. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen PartnerInnen in anderen Regionen oder Mitgliedstaaten kann die inhaltliche Arbeit von ESF-Projekten verbessert und die Entwicklung beschleunigt werden. Sie verbessert aber auch auf europäischer und nationaler Ebene die Weiterentwicklung von Ideen, Kompetenzen sowie die Vernetzung und schafft Grundlagen für arbeitsmarktpolitische Perspektiven und zukünftige Schritte. Zusätzlich zu den Schwerpunkten, die durch den ESF gefördert werden, besteht daher grundsätzlich die Möglichkeit, dort wo es sinnvoll erscheint, transnational und interregional zusammenzuarbeiten. Transnationalität als generelles Prinzip ist nicht auf einen bestimmten Personen- oder Themenbereich bzw. einen eigenen Schwerpunkt beschränkt. Ob und welche transnationalen Aktivitäten durchgeführt und unterstützt werden, liegt in der Entscheidung und Verantwortung der ESF umsetzenden Stellen.

Beispiele für transnationale Aktivitäten:
Partnersearch toolkit: www.transnational-toolkit.eu
Community of Practice on Partnerships in the ESF: www.transnationality.eu
ESF CoNet: www.esfconet.provincia.tn.it/
Community of Practice on Gender Mainstreaming: www.gendercop.eu