13. Juli 2026

FairPlusReflect: Halbzeitbilanz für FairPlusService

Mit der Veranstaltung „FairPlusReflect“ am 2. Juli 2026 im Haus der Barmherzigkeit in Wien zog das ESF+-Projekt FairPlusService eine erste Zwischenbilanz. Vertreter*innen aus Unternehmen, Wissenschaft, Arbeitsmarktpolitik und Gleichstellungsarbeit diskutierten die bisherigen Ergebnisse und erarbeiteten Impulse für die zweite Projektphase.

Nach der Begrüßung durch Bibiana Klingseisen, Leiterin der Verwaltungsbehörde ESF+ Österreich, gaben Projektleiterin Gudrun Koban und ihre Stellvertreterin Monika Natter Einblicke in die bisherigen Entwicklungen des Projekts. FairPlusService unterstützt Unternehmen dabei, Chancengleichheit, Weiterbildung und berufliche Entwicklung für Frauen nachhaltig zu stärken. Die bisherige Projektarbeit zeigt eindrucksvoll, wie wirksam die Verbindung von individueller Beratung und organisatorischer Entwicklung sein kann.

Die Daten aus dem 1. Metabericht verdeutlichen den hohen Handlungsbedarf
In den bisher untersuchten Unternehmen sind durchschnittlich 74,4 % der Beschäftigten Frauen, zugleich arbeiten 61,3 % der Frauen, aber nur 20,5 % der Männer in Teilzeit und Frauen sind auch seltener in Führungspositionen. Positiv hervorzuheben ist die hohe Weiterbildungsbeteiligung: 43 % der Beschäftigten nahmen im Erhebungszeitraum an Qualifizierungsmaßnahmen teil, bei den Frauen lag die Quote sogar bei 50 %. Bereits 170 Frauen wurden im Rahmen des Projekts individuell begleitet und in ihrer beruflichen Entwicklung gestärkt.

Im Zentrum des Vormittags standen zudem die ersten Zwischen-Ergebnisse der begleitenden Evaluation durch JOANNEUM RESEARCH. Die Präsentation zeigte einerseits die anhaltende Relevanz des Themas auf und verdeutlichte, welche Ansätze sich im Projekt bereits bewähren. Andererseits wurde dargelegt, wo noch Herausforderungen bestehen. Gemeinsam wurden demnach Spannungsfelder diskutiert, die für die weitere Projektentwicklung genauer betrachtet werden müssen, sowie mögliche Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung des Projekts.

Einen besonderen Impuls setzte die Keynote von Prof. Dr. Paul Scheibelhofer von der Universität Innsbruck. Unter dem Titel „Männlichkeit als Gleichstellungsfrage“ zeigte er auf, dass nachhaltige Gleichstellung nur gelingt, wenn auch Rollenbilder, Männlichkeiten und Unternehmenskulturen in den Blick genommen werden.

Im anschließenden World Café entwickelten die Teilnehmenden konkrete Empfehlungen für die zweite Projektphase.

FairPlusReflect hat eindrucksvoll gezeigt: Wirksame Gleichstellungsberatung lebt vom Zusammenspiel aus Praxis, wissenschaftlicher Reflexion und offenem Dialog. So entstehen tragfähige Lösungen für mehr Chancengerechtigkeit und eine Arbeitswelt, die allen Menschen faire Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

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